Gegenwart und Zukunft der E-Ladeinfrastruktur in Deutschland

Die (noch) amtierende Bundesregierung gab vor längerer Zeit das Ziel bekannt, dass bis zum Jahr 2030 ungefähr eine Million E-Ladepunkte in Deutschland verfügbar sein sollen. Wie soll das gehen? Wo stehen wir heute und was haben wir damit zu tun? All das wollen wir in unserem aktuellen Blog-Beitrag genauer unter die Lupe nehmen. Lest gerne nach 😊.

Wie ihr sicher bereits bemerkt habt, sehen wir uns beim Ausbau der E-Ladeinfrastruktur fast täglich mit neuen Zahlen, Werten und Maßstäben konfrontiert. Dabei den Überblick zu behalten, ist nicht so einfach. Wir wollen es trotzdem wagen und euch über den aktuellen Stand der Entwicklung informieren, einen Ausblick geben und dabei helfen, alles entsprechend einzuordnen.

Fangen wir am besten vorn an. Also im Hier und Jetzt. Wie sieht es momentan mit der deutschen E-Ladeinfrastruktur aus?

Die Anzahl der zugelassenen E-Fahrzeuge betrug am 1. Juli 2021 rund 439.000. Darin sind ausschließlich PKW mit elektrischer Energiequelle (BEV) eingeschlossen. Wenn man die Plug-In-Hybride (PHEV) mitzählt, kommen nochmal etwa 426.000 Fahrzeuge dazu. Dem gegenüber gibt es in Deutschland derzeit rund 41.000 öffentlich zugängliche E-Ladepunkte (Stand heute). Im dritten Quartal dieses Jahres lag die Anzahl der öffentlich zugänglichen E-Ladestationen in Deutschland bei rund 25.500. Was genau der Unterschied zwischen E-Ladepunkt und E-Ladestation ist, haben wir in einem unserer letzten Beiträge erklärt. Hier kannst Du nochmal nachlesen.

Nur wo befinden sich diese E-Ladepunkte bis jetzt? Rund jeder vierte E-Ladepunkt steht in einem Parkhaus oder an einem öffentlichen Parkplatz. Jedoch findet man auch immer häufiger E-Ladepunkte an öffentlichen Straßen. Diese Orte sind vor allem in Stadtgebieten für Autofahrer von Vorteil. Das dichteste Netz an E-Ladepunkten weisen die Städte Berlin, Hamburg und München auf. Das zeigt, dass in der Regel große Städte (ab 100.000 Einwohner) vordergründig betrachtet und eher mit öffentlichen E-Ladepunkten ausgestattet werden. Kleinere Städte (unter 100.000), Gemeinden und Kommunen werden hingegen nicht oder nur sehr nachrangig berücksichtigt. Doch es ist notwendig und wichtig den spärlichen Ausbau in diesen Regionen ebenso voranzutreiben. Für uns steht die Schaffung von E-Ladepunkte in kleineren Gemeinden oder an halböffentlichen Standorten (in privatem Besitz), wie zum Beispiel Restaurants, Supermärkten und Arztpraxen im Mittelpunkt.

Diese Standorte sind uns besonders wichtig, weil:

1. Die Anbindung an den ÖPNV oftmals unzureichend sind.

2. Der Ausbau hier weit hinterherhinkt, wie wir oben bereits geschrieben haben.

3. Bei weniger verfügbaren E-Ladepunkten der Umstieg auf ein E-Fahrzeug individuell in Frage gestellt wird.

An der Anbindung an den ÖPNV können wir wenig ändern. Was wir angehen könnten sind die Punkte 2 und 3. Denn, um den menschengemachten CO2-Fußabdruck zu minimieren und die Klimaziele (Treibhausgasemissionen bis 2030 um 30% zu reduzieren) gewissenhaft zu verfolgen, dürfen wir den Verbrennungsmotor bei der Neuanschaffung eines Fahrzeuges gar nicht mehr als Alternative in Erwägung ziehen. Um diesen Teufelskreis aufzubrechen, müssen gerade dort E-Ladepunkte geschaffen werden, wo Menschen auch zukünftig auf ein Auto angewiesen sind.

Des Weiteren nimmt die Menge der gemeldeten E-Fahrzeuge rasant zu und die E-Ladeinfrastruktur in Deutschland muss erheblich (mit)wachsen.  

Eine Studie der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums hat ergeben, dass bis 2030 rund 14 Millionen E-Fahrzeuge und Plug-In-Hybride in Deutschland zugelassen sein werden. Und natürlich müssen diese auch regelmäßig aufgeladen werden. Das Verhältnis zwischen E-Fahrzeugen und E-Ladepunkten sollte bei ungefähr 1:10 liegen. Jedoch ist es schwer eine angemessene Zahl für die benötigten öffentlichen E-Ladepunkte zu bestimmen, da unklar ist, wie die zukünftige private Infrastruktur aussehen wird. Aber selbst wenn wir mit einem relativ hohen Anteil des privaten Ladens rechnen und die Erwartungen der Anzahl an Elektroautos bis 2030 um die Hälfte reduzieren, ist der Bedarf an öffentlichen E-Ladepunkten enorm hoch. Gerade jetzt, da das Förderungsprogramm des Bundes für private Wallboxen gestoppt wurde bzw. ausgelaufen ist wird der Bedarf an öffentlich zugänglichen E-Ladepunkten nochmals steigen. Zum einen, weil sich nicht jede/r eine eigene Wallbox leisten kann oder die technisch-baulichen Gegebenheiten es schlicht nicht hergeben.

In eigener Sache: Um es den Menschen so leicht wie möglich zu machen, arbeiten wir nicht nur an der Nachhaltigkeit unseres Unternehmens, sondern auch an innovativen Ideen, wie zum Beispiel der Entwicklung unserer App, die das Bezahlen an unseren E-Ladepunkten erheblich vereinfachen soll. Indem wir unsere E-Ladepunkte am Kundenstandort komplett selbst finanzieren, heben wir uns maßgeblich von anderen Anbietern ab. Wie wir das machen, verraten wir Dir in einem späteren Blog-Beitrag. Schau also gerne immer wieder mal bei uns vorbei.

Wenn auch Du nun Interesse an einer E-Ladestation hast und Lust hast zur Verkehrswende beizutragen, zögere nicht und kontaktiere unser Team. Entweder über die Website oder über Social Media (Instagram, Facebook und LinkedIn). Wir freuen uns von Dir zu hören!

Dein GrienGo-Team 😊

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